So ziemlich jedem Geek und ComputerInteressierten dürfte die Problematik des Windows-Supports unter Bekannten und Freunden bekannt sein. Kaum wird bekannt daß man “mit Computern kann”, so wird man zu jedem Problem und Problemchen zu rate gezogen…
Das wäre ja alles nicht so schlimm, wären da einige nicht so hartnäckig. Da gibt es die einen, die “nur” Telefonsupport verlangen. Meiner Meinung nach ist das die schlimmste Art des Supports. Nicht nur dass man genau weiß was da steht, und es trotzdem niemand glaubt.. – Nein, es müssen dann Begriffe wie “Registerkarten” tausendmal erklärt werden. Nicht dass das eine Schande wäre, aber Registerkarten gabs früher auch schon, und einmal erklärt sind sie echt keine Schwierigkeit mehr…
Und wehe man fragt was denn jetzt als Meldung auf dem Bildschirm zu sehen ist. Dann kriegt man so ziemlich alles vorgelesen was es da zu lesen gibt, von den persönlichen E-Mails über die Namen der Programmsymbole auf dem Desktop, und viel anderes Zeug. – Das man eigentlich garnicht wissen will. Aber das nur am Rande.
Meißtens gebe ich nach einer halben Stunde am Telefon und einem glühenden Ohr auf. Dann mache ich jedesmal den Fehler und sage: “Ich komme vorbei und sehe mir das mal an…!” (Autsch.., das denke ich mir immer wenn ich aufgelegt hab.)
Nicht schon wieder, hmm, okay… Also auf ein Neues. In 90 % der Fälle waren es die lieben kleinen die den PC zu grunde gerichtet haben. Manchmal war es auch der verzweifelte Vater, der sich ein Virus beim Porno-guggen eingefangen hat. Aber nur manchmal. – Oder auch die Kinder die sich Vaters Browser-History angesehen haben und sich ein Virus beim Por… Is ja gut, ich hör auf! ![]()
Naja, okay, genug der Einleitung. Ich denke jeder der das mal gemacht hat weiß was ich meine.
Jedenfalls habe ich da einen Kandidaten, der sich alle paar Wochen bei mir meldet, mit den Worten: “Nichts geht mehr!?”. Ich atme jedesmal tief durch und frage was denn passiert sei. “Ich hab nichts gemacht!, wirklich nicht…!”
Bei diesem Satz dreh ich mich auf links. Windows hin oder her, von ganz alleine geht ein Computer auch nicht alle paar Wochen kaputt. Schon garnicht wenn schon mal die Ram-Bausteine, der Prozessor, die Grafikkarte, das Motherboard, die Festplatte, die Tastatur, die Maus, der Monitor, und schlussendlich der ganze PC ersetzt wurde…
Aber nun gut, ich helfe ja gerne. Also gehe ich alle paar Wochen mit meiner Spindel mit der Aufschrift “Rettungs-CDs für Bekannte” dorthin, haue jedesmal ein neues Windows (mittlerweile ein Image) drauf, weil sein 14-jähriger Sohn mal wieder wichtige dateien aus dem system32-Verzeichniss gelöscht hat. – Zur Not unterm abgesicherten Modus. Da weiß er wie’ s geht. – Oder aber auch sämtliche Treiber deinstalliert hat, und den Drucker vor lauter Wut (über den nicht mehr funktionierenden PC) vom Tisch geschmissen hat. Das ist kein Witz! – Ich wünschte es wäre einer.
Naja, genug des gejammers. Okay, einen hab ich noch.
Vielleicht rege ich mich auch nur so auf weil ich keinen Pauschalpreis oder Stundenlohn für solche Dinge verlange. (Notiz an mich: mehr Geld für unnötigen Support verlangen.) Immerhin “lebe” ich von diesem Geld. Meine Haupteinnahmequelle sind nunmal von “Kindern” ruinierte PCs zu reparieren. Übrigens verdiene ich pro PC um die 20 Euro, für die, die es genau wissen wollen.
Nunja, dieser Beitrag hat keinen weiteren Sinn. Es mußte nur mal gesagt werden, nachdem ich heute wieder so einen Fall hatte.Der “Urheber” dieser Anekdote, und vieler weiterer ist übrigens Leser meines Blogs. ![]()
Hiermit wünsche ich allen Geeks und Computer-Interessierten starke Nerven beim Windows-Support unter Bekannten.
P.S. Ich nenne Windows bewusst nicht Windose, Windoze, oder sonst was. Ich mag Windows, es soll nur bitte nicht den Platz auf meiner Festplatte mißbrauchen. – Lang lebe GNU/Linux! – Ich mag diese Parolen. ![]()
Ich denke für heute reicht es.

Gefunden bei der Pytalhost Suche. Link zur Urheberin. Das Bild steht unter einer BY-NC-SA Lizenz
Das hat mich schon mal zum schmunzeln gebracht.

E-Go heißt ja das “neue” System für Fahrkarten in Luxemburg, das die altbekannten Karton-Tickets ablösen soll, und wird.
Nun basiert dieses System auf RFID-Chips (Radio-frequency Identification). Bei diesem Wort stellen sich bei mir immer die Nackenhaare auf, aber dazu später mehr.
Wer sich über die Ziele von E-Go informieren will, kann sich den Artikel “„E-go“: Ein Dienst im Sinne der Kunden” vom Tageblatt mal zu Gemüte führen. Ich hätte mich gefreut, wenn sie etwas kritischer mit dem Thema umgegangen wären.
Ein zusätzliches Problem bei der Sache, außer der Tatsache daß man mit RFID prima Bewegungsprofile seiner Untertanen erstellen kann, ist daß der sogenannte “MIFARE“-Chip zum Einsatz kommt. Einen Satz aus diesem Wikipedia-Artikel will ich euch nicht vorenthalten:
Wie am 13. April 2008 bekannt wurde, hat eine Forschergruppe den Algorithmus analysiert und einen systematischen Fehler gefunden, der die Verschlüsselung praktisch nutzlos macht. Die Sicherheit des Algorithmus, so das Fazit der Forscher, sei „nahe Null“.
Daß der Mifare-Chip zum Einsatz kommt, steht hier (.pdf), genauer der 1k Chip. Hier auch ein interessanter Artikel über die Sicherheit von Mifare.
Wer noch interessierter ist, sollte sich den Podcast “Chaosradio Express 98″ vom CCC anhören. Dort wird erklärt wie der Chip in langer arbeit gehackt wurde und was das für uns bedeutet. Natürlich gibts das ganze zu Zeiten von Youtube natürlich auch in Videoform. Hier allerdings mit einem Zugangskontrollsystem. (Das ist ja noch schlimmer!) Viel Spaß:
Quelle
Und was heißt das im Klartext? – Juhu wir können alle gratis Bus fahren. – Nein!! Das ist nicht die Kernaussage dieses Beitrags! Außerdem wäre es dann nicht gratis, sondern auf Kosten eines anderen. Man könnte auch mit einer Denial-of-Service Attacke (Die RFID-Scanner in den Bussen/Zügen oder an Bahnhöhfen mit falschen Codes überfluten) Teile des öffentlichen Transports lahmlegen. Nun stellt euch so eine Attacke mal zu Stoßzeiten vor. – Ein einziges Chaos würde entstehen… Oder hier (Video), dort wird mit einem einfachen (falschen) RFID-Tag das Lesegerät außer Gefecht gesetzt. Was nun wenn sich ein paar Spaßvögel köstlich dabei amüsieren falsche Tags an die Lesegeräte in den Bussen oder an die Aufladestationen in den Bahnhöfen zu kleben? Was ist das für ein Aufwand jedes Mal jemanden kommen zu lassen der das untersucht? – Und das ist bei leibe die einfachste Art der RFID-Störung. Es gibt noch viele andere…
Hier noch eine kleine Anekdote:
Im Rahmen der “Mobilitätswoche” (glaube ich jedenfalls), stand auf der Place d’ Armes ein kleines Info-zelt. Darauf zu finden war auch das E-Go Logo. Ich konnte natürlich nicht anders, und bin da rein. Ich fragte an der “Theke” auf welchem Chip denn E-Go basiert. – Die Dame war ratlos. Fragen Sie mal ihn da, der weiß das! Da kam “Er” zufällig ins Zelt und ich fragte ihn das gleiche. Oh!, da haben sie mich gekriegt… Warten sie mal, ich rufe meinen Chef an. Der weiß das! Okay, na da bin ich aber mal gespannt. (Nicht dass der flasche Eindruck entsteht, die Menschen dort waren durchaus freundlich und sympathisch. Hilfsbereit obendrauf!)
Inzwischen war es still in dem Zelt geworden. Meine Freundin und ich (Und ein paar Angestellte) waren die einzigen zu dem Zeitpunkt dort. Er fragte also seinen Chef nach dem Chip, dieser antwortete promt: “RFID!”, der Telefonist antwortete mir ebenso gleich: “RFID…”. Ja okay, sagte ich, das weiß ich. Aber welche Art? Mifare? (Zu dem Zeitpunkt war ich mir noch nicht sicher.)
Mifare…?fragte er seinen Chef. – Er wußte es auch nicht. Und auch niemand anders in dem Zelt. “Hacken ist verboten.”, schallte es aus der Ecke. Hm… okay, dachte ich mir. (Warum denkt jeder bei “technischen” Fragen eigentlich gleich ans hacken, bzw. ans cracken?)
Er gab mir den Tip es mal bei der “Mobilitätszentrale” am Bahnhof zu versuchen, die würden das bestimmt wissen. Ich war an dem Tag nicht mehr dazu gekommen, werde das aber sicher nachholen.
Offenbar wußte niemand in dem Raum daß es um RFID geht, denn jeder war überrascht. Geschweige denn dass jemand wußte was RFID eigentlich ist… Immerhin war das Zelt ja dazu da die Menschen über E-Go zu informieren. Handelt es sich hier etwa um einen klassischen Fall von Security by Obscurity? – Ich denke das ist wohl eher ein Fall von Unwissenheit.
Warum hat es keinen Aufschrei gegeben, als bekannt wurde dass die eingesetzten Chips unbrauchbar sind? Warum wird bei der Ankündigung von E-Go mit keinem Wort darauf verwiesen? Vielleicht weil das Projekt 9 Jahre Zeit gebraucht hat um fertig zu werden, weil es 16,6 (!) Millionen Euro gekostet hat? Man könnte eigentlich auch gleich sagen: “Warum gibt es keine neutralen Medien in Luxemburg?” – Oder gehe ich da zu weit? Sagt’ s mir…

Weitere Infos:
Wer sich mal über den Unterschied von Hackern und Crackern (Und Skriptkiddies) informieren will, dem sei diese Seite ans Herz gelegt.
Oder aber diese Seite des CCC über die Auswirkungen von RFID auf den Datenschutz und die vielen (sehr sehr vielen!) negativen Aspekte. Oder hier, RFID beim Einkaufen.
Und für alles weitere ist Google wie immer euer Freund. – Moment, Google ist ja auch ‘ne Datenkrake – Hmm, das führt zuweit.
(Schaut euch mal “Wer hat Angst vor Google” an, zu finden auf….Google Video!…)
Okay, dann weiß der Staat also zukünftig auch wann wir wohin mit dem Bus/Zug gefahren sind, und kann uns dann mit seinen ganzen Kameras auch noch dabei filmen. Vielleicht auch noch die passende Handynummer zu dem E-Go Benutzer herausfinden (Man kann das Dingens per SMS aufladen), und dann uns auch noch verfolgen wenn wir den Bus verlassen. Stellt euch mal vor ich fahre mal mit dem Bus zu nem Atomkraftwerk weil meine Oma in der Nähe wohnt, und spreche dabei auch noch mit meinem afgahnischen Freund über die Gefährlichkeit von Radioaktivität… Natürlich dient das alles dem schutz vor Terrorismus!
Und das ist erst der Anfang, der Fantasie der Schnüffler sind bei RFID keine Grenzen gesetzt. (Nein!, wirklich keine.) – Hallo Überwachungsstaat!
Aber habt keine Angst, es ist alles halb so wild, denn:
“Wir haben ja nix zu verbergen!” GGGGGGRRRRRRRRrrrrrrrrr
Edit: Ein paar Dinge angepasst und Schreibfehler ausgemerzt. – Ihr werdet allerdings bestimmt noch welche finden. ![]()
Update: Hier noch ein Artikel auf Golem.de dazu


